Hydroakustik

Der innovative und professionelle Einsatz von Echoloten und Sonaren (Hydroakustik) zur Untersuchung angewandter und wissenschaftlicher Fragestellungen gewinnt in der Binnenfischerei immer mehr an Bedeutung. Für einige Bereiche stellen hydroakustische Methoden häufig die einzige Möglichkeit zur zielgerichteten Beantwortung offener Fragen dar.

Der Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V. hat sich seit dem Jahr 2001 intensiv mit dem Einsatz nichtinvasiver hydroakustischer Methoden beschäftigt und setzt dieses Know-How seit vielen Jahren in der fachlichen Praxis ein. Auf dieser Grundlage erfolgte die Ausgliederung der LFV Hydroakustik GmbH im Jahr 2011 als eigenständige Unternehmung. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit auf diesem Gebiet sind hochmoderne Geräte, das fachliche Wissen zum praktischen Einsatz, zur Datenerfassung und Analyse.

In Abhängigkeit von der Fragestellung kommen verschiedene technische Gerätschaften zum Einsatz. Split-Beam-Echolote im mobilen Einsatz vom Boot aus ermöglichen u. a. die Erfassung von räumlichen und zeitlichen Fischverteilungen und in Kombination mit herkömmlichen Fischereimethoden die Quantifizierung von Fischbeständen hinsichtlich Abundanz und Biomasse. Darüber hinaus sind auch die Untersuchung von Gewässerstrukturen (Tiefenprofile, Tiefenkarten, Erfassung von Unterwasservegetation) und die stationäre Anwendung (z. B. Fischzählungen) wichtige Einsatzgebiete.

Ein hervorragendes Instrument zur Untersuchung von Fischen und ihren Verhaltensweisen ist das Zweifrequenz-Identifizierungs-Sonar (DIDSON). Diese „Akustische Kamera“ stellt den Stand der Technik der sog. Visualisierungs-Sonare dar und erzeugt videogleiche Bildsequenzen auch bei schlechten Lichtverhältnissen und extremer Wassertrübung. Damit ist diese Technik mobil und stationär überall dort einsetzbar, wo optische Sensoren und Kameras aufgrund schwieriger Bedingungen versagen. Die Einsatzmöglichkeiten des DIDSON-Sonars sind sehr vielfältig und ermöglichen u. a. die Erfassung und Untersuchung von Fischwanderungen, Fischverhalten an Wasserkraftanlagen und Bypasssystemen, Wehren und Wanderbarrieren, Fischauf- und -abstiegsanlagen sowie passiven und aktiven Fanggeräten.